Ästhetik
Die Initiative "Göttinger Abende Zeitgenössischer Musik" hat das Ziel zwei Konzerte pro Saison in Göttingen zu veranstalten, in denen ausschließlich Werke der Klassischen Moderne sowie Stücke von noch lebenden Komponist*innen gespielt werden. Die Moderne schließt dabei nach unserem Verständnis Komponist*innen ein, die in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wirkten (z.B. Iannis Xenakis, Karlheinz Stockhausen, György Ligeti, Witold Lutosławski etc.) oder auch frühere Pioniere, die aber die funktionale Tonalität bereits hinter sich ließen (z.B. Arnold Schönberg, Alexander Skrjabin, Charles Ives, Béla Bartók, Igor Strawinsky, George Antheil, Edgard Varése etc.). Mit der Aufführung von Werken noch lebender Komponist*innen, möglichst in deren Anwesenheit, sollen aktuelle Strömungen in der modernen Musik aufgezeigt werden, für die es teilweise noch keine musikwissenschaftlichen Kategorisierungen gibt.
Bislang konnten unter dieser Maßgabe 17 Konzerte mit der Perkussionistin Sabrina Ma, der Pianistin Hajdi Elzeser, der Akkordeonistin Julie Hirzbergerová, der Harfenistin Nathalie Amstutz, dem Trio Surplus, dem Nomos-Quartett, dem Hübner/Kazokoğlu/Menotti-Trio, dem Ensemble L'ART POUR L'ART, dem Bremer Schlagzeugensemble, dem Sax-Palimina/Ismer-Duo, dem Neuen Ensemble, der Formation Z3, dem Duo Stock-Wettin, dem Gerhardt/Pollkötter-Duo, Dem Digby/Pons-Duo, Dem Trio Schütz/Montoya/Pache und dem Artwork Ensemble stattfinden. Dabei wurden neben zahlreichen Klassikern der Moderne und zeitgenössischen Komponist*innen Werke von Martin Christoph Redel, Younghi Pagh-Paan, Joachim Heintz, Lothar Voigtländer, Hang Su, Petros Leivadas, Ying Wang, Babette Koblenz, Kostadin Delinikolov, Torsten Reitz, Stephan Meier, Frank Gerhardt, Elnaz Seyedi, Annette Schlünz, Gordon Williamson, Marijana Janevska und Seyko Itoh jeweils in deren Anwesenheit aufgeführt. Hierbei wurden sieben Stücke uraufgeführt, zwei davon als Kompositionsauftrag.
In Zukunft, wie in der Vereinssatzung von 2019 ausdrücklich vorgesehen, kann das Spektrum der aufgeführten Werke gelegentlich auch auf improvisatorische, theatrale, elektronische und Raumklang- bzw. installatorische Ebenen sowie den Einsatz von Projektionen und Performances erweitert werden. Damit soll auch der Neuen Musik benachbarten Richtungen Rechnung getragen werden, die nicht im klassisch-akademischen Neue-Musik-Milieu verwurzelt sind, nichtsdestotrotz aber ebenfalls zu musikalisch interessanten Ergebnissen kommen und damit für die weitere Entwicklung der Avantgarde-Musik von Bedeutung sind.
